Von der Blüte bis zur Ernte – alles rund um Raps

Raps ist eine der wichtigsten und vielseitigsten Ackerpflanzen. Ein Hektar Rapsfeld liefert rund 1.740 Flaschen gesundes Rapsöl, 200 Gläser süßen Honig und das Jahresfutter für drei Milchkühe. Diese Pflanze ist also nicht nur für uns etwas ganz Besonderes.

Ein Jahr im Leben der Rapspflanze

Bevor Raps geerntet wird, steht er bereits ein Jahr lang auf dem Feld: Gesät im Spätsommer, müssen die junge Rapspflanzen zunächst den Winter überstehen bevor sie im Mai in leuchtend, goldgelber Pracht auf tausenden Feldern erblühen. Ende Juli ist der Raps dann reif und wird geerntet. Wo vorher Blüten standen, hängen nun kleine Schoten, gefüllt mit schwarzen Samen. Diese Saat ist der eigentliche Schatz der Rapspflanze, denn ein Samen besteht zu 42 Prozent aus wertvollem Öl. Hieraus entsteht später Rapsöl, das als Speiseöl sowie in Margarine und pflanzlichen Streichfetten in Ihrer Küche für gesunde Vielfalt sorgt. Bei unseren Produkten legen wir großen Wert auf ausgewählte Zutaten. Deshalb verwenden wir für die in Deutschland produzierte Rama auch ausschließlich Rapsöl aus deutschem Anbau. Auf diese Weise vermeiden wir lange Transportwege und halten die CO2-Emmissionen so gering wie möglich.

Rapsöl in der Küche

Das hellgelbe bis goldgelbe Rapsöl hat ein sehr mildes Aroma und spielt sowohl in der warmen als auch in der kalten Küche eine große Rolle. Raffiniertes Rapsöl ist ein wahrer Alleskönner: Ob zum Marinieren, Kochen, Braten oder Frittieren – aufgrund seiner Hitzebeständigkeit bis 180° C können Sie raffiniertes Rapsöl für nahezu jedes Vorhaben in der Küche einsetzen. Kalt gepresstes Rapsöl hat einen deutlich niedrigeren Rauchpunkt und sollte deshalb nicht stark erhitzt werden. Stattdessen eignet es sich perfekt für Salatdressings und andere kalte Speisen.

Das Besondere an Rapsöl ist seine optimale Fettsäurezusammensetzung: Ein geringer Anteil an ungesunden gesättigten Fettsäuren und einen hohen Gehalt an „guten“ ungesättigten Fettsäuren. Zu diesen zählen die einfach ungesättigte Ölsäure sowie mehrfach ungesättigte Omega-6- (Linolsäure) und die Omega-3-Fettsäure (alpha-Linolensäure). Diese essenziellen, also lebenswichtigen, Fettsäuren können vom Körper nicht selbst gebildet werden und müssen deshalb über die Nahrung aufgenommen werden. Eine ausreichende Versorgung mit essenziellen Fettsäuren ist wichtig für Wachstum und Entwicklung sowie für die Erhaltung der Gesundheit. Neben den essenziellen Fettsäuren versorgt uns Rapsöl auch mit Vitamin E, das das Immunsystem schützt und den Energiestoffwechsel fördert. Doch wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen nativem, kalt gepresstem und raffiniertem Rapsöl und wie genau entsteht es?

Kalt gepresstes natives Rapsöl: Hierfür werden die Rapssamen ohne Wärmezufuhr ausgepresst. Da dieses Öl sehr schonend gewonnen wird, hat es ein intensives, leicht nussiges Aroma.


Kalt gepresstes Rapsöl: Diese Variante wird nach dem Pressen zusätzlich noch gedämpft. Dadurch ist das Öl länger haltbar und im Aroma weniger intensiv als kalt gepresstes natives Rapsöl.


Raffiniertes Rapsöl: Vor dem Pressen wird die Rapssaat zerkleinert und erhitzt, sodass die einzelnen Samen mehr Öl abgeben. Nach dem Pressen wird das Öl gefiltert und von Trüb-, Farb- und unerwünschten Geschmacks- oder Schadstoffen gereinigt. Dadurch verliert es zwar an Farbe und wird nahezu geschmacksneutral, dafür ist es jedoch vielfältig einsetzbar und länger haltbar als nicht raffiniertes Rapsöl.

Raps sorgt für fruchtbare Böden

Bereits die Römer bauten Raps aufgrund seines hohen Ölgehalts an. Bei uns in Deutschland wird er seit gut 700 Jahren kultiviert. Für moderne Landwirte ist der Raps heute kaum mehr wegzudenken, denn er sorgt als Fruchtfolgepflanze für ertragreiche Böden. Wie das funktioniert? Seine Wurzeln ragen metertief in den Acker und erreichen tiefere Erdschichten als andere Pflanzen. Dadurch gelangt er an tiefliegende Nährstoffe, die er an die Oberfläche befördert. Davon können spätere Kulturen profitieren: Weizen, der ein Jahr nach Raps angebaut wird, liefert bis zu 1.000 Kilogramm mehr Ertrag pro Hektar!

Da Raps sich mit seinen langen Wurzeln Nährstoffe aus tiefen Erdschichten holt, kann er nur alle drei Jahre an der gleichen Stelle angebaut werden - er verträgt sich quasi nicht mit sich selbst! Zwar mag es vielen so erscheinen, als werde immer mehr Raps angebaut, doch die Anbaufläche ist seit Jahren konstant auf demselben Niveau. Doch eine Monokultur der Rapspflanze ist in der modernen Landwirtschaft auch gar nicht erwünscht. Hier steht die Erhöhung der biologische Vielfalt in und um die Felder im Fokus. Daher pflanzen viele Bauern neben ihren Feldern Blühstreifen, in denen sich verschiedene Blumen und Insekten tummeln. Denn Insekten, allen voran die Biene, bestäuben die Rapsblüten und sorgen so für höhere Erträge.

So entsteht Margarine

Kaum jemand weiß, dass Margarine quasi auf dem Feld wächst, denn die Hauptzutat für Margarine und pflanzliche Streichfette ist Pflanzenöl. Aber welche Öle werden verwendet und was ist sonst noch in der Margarine?

Pflanzenöle: Sie sind die Hauptzutat von Margarine und pflanzlichen Streichfetten. Neben Rapsöl, das zum Beispiel in unserer Rama steckt, kommen auch Sonnenblumen- oder Leinöl zum Einsatz. Eine weitere Zutat ist das Palmöl, da ein festes Fett ist und in Kombination mit den flüssigen Ölen die Margarine streichfähig macht.

Wasser: Da eine Margarine aus 100 Prozent Fett nicht streichfähig wäre, wird bei allen Sorten Wasser hinzugefügt. Dieser Anteil kann von Sorte zu Sorte variieren, wobei fettreduzierte Varianten grundsätzlich etwas mehr Wasser enthalten.

Emulgatoren: Damit sich Fett und Wasser vermischen, kommen sogenannte Emulgatoren zum Einsatz. Wenn Sie zu Hause Margarine oder pflanzliche Streichfette herstellen, nutzen Sie Lecithin – einen Emulgator, der natürlicherweise in Eigelb steckt. Für Margarine, die im Werk hergestellt wird, wird natürliches Lecithin aus Sonnenblumenkernen genutzt. Dieses ist länger haltbar als Eigelb, sorgt für die perfekte Konsistenz und ist rein pflanzlich.

Salz: Um für einen guten Geschmack zu sorgen, enthalten fast alle Margarinen und pflanzlichen Streichfette Salz. Aufgrund des Trends zu einem bewussteren Salzkonsum wurde in den letzten Jahren der Salzgehalt vieler Margarinen deutlich reduziert.

Vitamine: In Qualitätsmargarinen werden häufig die Vitamine A und D hinzugefügt. Vitamin A hat einen positiven Einfluss auf die Sehkraft und die Gesundheit der Haut. Vitamin D hält Knochen und Zähne gesund. Mit täglich 20 Gramm Margarine, die Menge  für zwei bis drei Scheiben Brot, decken Sie bereits ein Fünftel der empfohlenen Tagesmenge an Vitamin A und ein Drittel der Tagesmenge an Vitamin D.

Weitere Zutaten: Manche Margarinen und pflanzlichen Streichfette enthalten außerdem Milchbestandteile, wie Buttermilch oder Magermilchjoghurt. Diese sorgen für einen frischen und ausgewogenen Geschmack.

Margarine selber machen

Da Margarine aus wenigen und natürlichen Zutaten besteht, lässt sie sich in der eigenen Küche ganz einfach selber machen. Dafür benötigt es lediglich die folgenden 3 Schritte:

Schmelzen Sie 50 Gramm festes Pflanzenfett (am besten Palmfett) in einem Topf, lassen Sie es leicht abkühlen und vermischen Sie es mit 8 EL Rapsöl. In der Produktion wird das als „Ölphase“ bezeichnet.

Geben Sie 2 EL Milch und ein frisches Eigelb zu der Mischung hinzu und würzen Sie alles mit etwas Salz und Zitronensaft. In der Produktion gibt es bei dieser sogenannten „Wasserphase“ nur wenige Unterschiede: Statt Zitronensaft und Eigelb kommen Wasser und Zitronensäure zum Einsatz. Das Lecithin im Eigelb wird durch Lecithin aus Sonnenblumenkernen ersetzt.

Rühren Sie nun die Zutaten unter Kühlung zusammen. In der Küche verwenden Sie dafür am besten ein Eisbad. In der Produktion werden die Rohre, in denen die Zutaten vermischt werden, von außen gekühlt. In beiden Fällen entsteht durch das Rühren aus den flüssigen Zutaten eine cremige Margarine. Im Werk wird die Margarine zum Schluss noch in Becher gefüllt, verpackt und in Supermärkte in ganz Deutschland geliefert. Zu Hause können Sie die Margarine je nach Geschmack auch noch mit Kräutern verfeinern, oder pur direkt auf ein Brot streichen und genießen!

Das Rezept für die Zubereitung von Margarine können Sie sich hier downloaden.